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Wie du durch Tätigkeiten deine Stimmung beeinflusst

Aktualisiert: Nov 17

Für manche ganz selbstverständlich, für andere wirklich eine Herausforderung :

Die eigene Stimmung in Balance halten.


Aktuelle Ergebnisse einer Studie der Oxford University zeigen auf, dass Menschen – die an einer Depression erkrankt sind – im Gegensatz zu Gesunden, stärker dazu neigen, unbewusst ihre negative Stimmung noch zu verstärken, indem sie unangenehme Tätigkeiten angehen, wenn sie sich in einer schlechten Gemütslage befinden.

Umgekehrt ist schon lange aus der Verhaltenstherapie bekannt, dass Menschen die zur Manie neigen, also zu übertriebener Hochstimmung bis hin zum Realitätsverlust, einen „Entzug“ angenehmer Tätigkeiten und Erlebnisse benötigen, um sich stimmungsmäßig wieder ins Gleichgewicht zu bringen.


Woran liegt das und wie können diese Erkenntnisse für gesunde Menschen mit Stimmungsschwankungen im „Normalbereich“ genutzt werden?


Verantwortlich für dieses Phänomen ist unser Hirnstoffwechsel.

Neurotransmitter, wie z.B. Serotonin und Dopamin, sorgen für heitere oder gedrückte Stimmung. Sie können durch eine Vielzahl von körperlichen und psychischen Faktoren wie z.B. Wetter, Schlaf, Nahrungsmittel, Ereignisse, Gedanken und eben auch Tätigkeiten, beeinflusst werden.

Angenommen deine Neurotransmitterkonzentration ist im Augenblick gerade auf Tiefflug – und du fühlst dich nicht besonders gut.

Schaltest du in diesem Moment laute Musik ein, die dir gut gefällt, tanzt oder gehst einer anderen Beschäftigung nach, die dir gute Gefühle macht, werden umgehend stimmungsaufhellende Stoffe in deinem Gehirn ausgeschüttet und du beginnst dich besser zu fühlen als zuvor.

Würdest du in diesem Augenblick aber die Steuererklärung machen, das WC putzen (außer du gehörst zu den Menschen, denen putzen richtig Spaß macht) oder eine andere für dich persönlich unangenehme Beschäftigung durchführen, würdest du noch mehr in dieser Stimmung versinken. Keine gute Idee oder?

Umgekehrt gilt dasselbe.

Bist du in Hochstimmung und beschäftigst dich weiter nur mit Positivem, wirst du wahrscheinlich immer aufgeregter, was im allgemeinen Sprachgebrauch als „überdreht“ bezeichnet würde. Passiert dies hin und wieder ist daran wohl nichts auszusetzen – du wirst dich richtig gut fühlen. Vielleicht erinnerst du dich an solche Tage – z.B. als du als Kind Geburtstag hattest und eine Überraschung nach der anderen wartete?

Gleichzeitig sind solche Hochstimmungen ausgezeichnet dafür geeignet, unangenehme Tätigkeiten anzupacken. Du hast dann nicht nur ausreichend Energie dafür übrig, sondern gelangst über deinen Hirnstoffwechsel automatisch wieder in eine innere Ausgeglichenheit.


Hast du also öfters Stimmungsschwankungen, schau dir mal genauer an, was du normalerweise tust, wenn du sehr gut oder sehr schlecht gelaunt bist.

Möglicherweise kannst du feststellen, dass du mit deinem Verhalten deine Gefühle noch verstärkst.

Dann versuch mal das genaue Gegenteil zu tun.

Mach dir eine (+) Liste von 5- 10 Tätigkeiten, die dich in gute Laune versetzen.

Zusätzlich eine (-) Liste von 5 – 10 Dingen, die du gerne erledigen würdest, die dir aber keine Freude machen.

Bewahre diese Listen gut sichtbar auf und beobachte dich in der nächsten Zeit etwas genauer. Sobald du bemerkst, dass du an einem Pol angelangt bist (+) / (-), setze eine Tätigkeit von der List des Gegenpols ein (-) / (+).


Viel Freude beim Experimentieren!


Deine Stimmung wird übrigens nicht nur durch dein Verhalten sondern wie bereits oben erwähnt durch viele andere Faktoren, ganz besonders aber auch durch deine Gedanken beeinflusst.



Solltest du unter stärker ausgeprägten Stimmungsschwankungen leiden, die durch einfache Verhaltensänderungen nicht ausreichend zu beeinflussen sind, empfehle ich dir psychologische Beratung oder Behandlung in Anspruch zu nehmen um Ursachen aufzudecken, evtl. dahinter liegende Lebensereignisse zu verarbeiten, und gemeinsam Lösungen zu finden.

PRAXIS Mag. Stella Grebien 

Felsenstrasse 10

9065 Ebenthal

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